ImageRadfahren ist mehr als stumpfsinnige Pedaltreterei, meint der Autor, nämlich – u.a. – Schmerzgenuss, Tanz, geistig-seelische Entschlackung, Präludium (und Freibrief) für jede Art Bacchanal, mitunter auch erotisches Vorspiel, jedenfalls nicht nur eine Tätigkeit der Muskeln, sondern nicht minder des Kopfes.

Seine Analyse des durchaus suchtrelevanten Phänomens beruht auf jahrelangem Selbstversuch und erstreckt sich thematisch von Aristoteles bis Armstrong (Lance), von Bergauffahren bis Beinrasur, von Wiegetritt bis Wagner (Richard). Der Verfasser unterlässt es keineswegs, darauf hinzuweisen, dass wie allen Passionen auch dieser neben ihrer emi- und permanenten Glücksversprechenseinlösung ein gewisses Maß an Bescheuertheit eignet.

Am ehesten verdichtet sich seine Passionsspiel-Philosophie in dem Merksatz: »Wer sich nach einer ausgiebigen Trainingstour den lukullischen Wonnen verschließt, ist – sofern er nicht mit Radfahren sein Geld verdienen muss – ein Idiot.«

Mehr Infos zur Buch: Radfahren. Kleine Philosophie der Passionen.


Über den Autor
Michael Klonovsky, Jahrgang 1962, lebt als Journalist in München und fährt beileibe nicht so oft Rad, dass er nicht nebenher noch das eine oder andere Buch schreiben könnte, zum Beispiel die Romane »Der Ramses-Code« (Berlin, 2001) und »Land der Wunder« (Zürich, 2005) sowie den Ratgeber »Welcher Wein zu welcher Frau?« (Bern, 2001).
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