orje-sternbergPersönliche Daten

Geburtstag: 17.September 1928
Geburtsort : Berlin
Wohnort: Berlin
Familie: Verheiratet, 2 Töchter

Sportvereine

SG Sturmvogel Berlin (1944-1945)
SG Derby Pankow (1945-1950)
BSG Rotation Berlin (1950-1986)
BSG Post Berlin (1986-1990)
Berliner TSC (ab 1990)

Die wichtigsten sportlichen Erfolge

Insgesamt ca. 500 Siege bei Bahn- und Straßenrennen
1949 Ostzonen-Meister im Einer-Straßenfahren
1951 DDR-Vizemeister Zweier-Mannschaft mit Hans Wagner
1952 DDR-Vizemeister Tandem mit Günter Oldenburg
1960 Zweiter intenat. Winterbahnmeisterschaft Steher mit Ulli Manthey
1966 Sieger internat. Winterbahnmeisterschaft Steher mit Wolfgang „Ferdi" Groneberg
1969 Dritter DDR-Stehermeisterschaft mit Manfred Schulz
1971 Dritter DDR-Stehermeisterschaft mit Hans-Jürgen Stupka
1973 Sieger DDR-Stehermeisterschaft mit Karl Kaminski
1974 Sieger DDR-Stehermeisterschaft mit Karl Kaminski
1975 Sieger DDR-Stehermeisterschaft mit Karl Kaminski
1977 Sieger DDR-Stehermeisterschaft mit Thomas Huschke
1978 Sieger DDR-Stehermeisterschaft mit Karl Kaminski
1979 Zweiter DDR-Stehermeisterschaft mit Thomas Huschke
1980 Sieger internat. Winterbahnmeisterschaft Steher mit Jens Kunath
1985 Dritter DDR-Stehermeisterschaft mit Frank Herzog
1986 Dritter DDR-Stehermeisterschaft mit Frank Herzog
1998 Sieger im Masters Weltpokal im Straßenfahren (Ü70)


Der Beginn einer langen Radsportlaufbahn

Auch „Orje's" Vater war Radsportler und fuhr einige Radrennen. „Orje" hatte ihn nie fahren sehen, aber die Begeisterung für den Radsport hat er wohl von seinem Vater geerbt. So ging er 1944 im Alter von 15 Jahren zur SG Sturmvogel Berlin um Radrennen zu fahren. Bald entwickelte er sich zum Siegfahrer und gewann schon im ersten Jahr seine ersten Radrennen. Unzählige Siege auf Bahn- und Straße kamen hinzu. Mit 17 Jahren erhielt er eine Sondergenehmigung für die Teilnahme an Männer-Radrennen.

Karriere als Radrennfahrer

Georg Sternberg galt als großes Talent seiner Zeit, der nahezu in jeder Disziplin erfolgreich war. Er fuhr mit Erfolg Straßenrennen, startete auf der ehemaligen Wannseebahn, als auch im einstigen Funkturmoval und auf diversen Aschenbahnen.
Höhepunkt seiner Radsportkarriere war sein Sieg bei der 1. und einzigen Ostzonenmeisterschaft der Amateure im Einer-Straßenfahren im August 1949. Auf einen Rundkurs im Leipziger „Scheibenholz" rüsteten 58 Fahrer zum Endspurt. Der 20 jährige Georg Sternberg hatte die schnellsten Beine und wurde Ostzonenmeister.
Mit Günter Oldenburg und Hans Wagner gewann er viele Mannschaftsrennen. Auch in der einstigen Berliner Werner- Seelenbinder-Halle folgten weitere stolze Erfolge.
1951 siegte er beim stark besetzten internationalen Kriterium anlässlich der III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin. 1952 gehörte „Orje" zum Olympiakader für Bahn- und Straßenrennen. Doch die DDR lehnte damals eine Teilnahme als gemeinsame deutsche Mannschaft zusammen mit der BRD an den Olympischen Spielen in Helsinki ab.


Karriere als Schrittmacher

Ab 1960 entdeckte „Orje" seine Liebe für den Stehersport, dem er sich als Schrittmacher mit großer Hingabe widmete. Georg Sternberg galt als versiert und als alter Fuchs. Mit seiner Übersicht und Taktik sowie dem können seiner Schützlinge errang er als Schrittmacher unzählige Siege. An seiner Rolle fuhren unter anderen die Ausnahmekönner Karl Kaminski und Thomas Huschke, mit denen er bei den DDR-Meisterschaften fünf Meistertitel eroberte. Leider erlebte „Orje" auch großes Leid, denn nach dem vierten Titel mit Karl Kaminski 1978 gab es am 7.Oktober in Leipzig einen schweren Sturz, bei dem der beliebte Chemnitzer Fahrer verunglückte und verstarb. Bis zu seinem Abschied 1986 konnte „Orje" mit unterschiedlichen Fahrern auf den Steherpisten noch viele Siege und vordere Platzierungen erringen.


Nach dem Karriere-Ende

Seine Liebe für den Radsport bleibt ungebrochen. Nach dem Ende seiner Schrittmacher-Karriere stieg er wieder auf den Sattel seiner Rennmaschine, machte regelmäßige Ausfahrten mit seinen Radsportfreunden und nahm noch an einigen Radrennen für „Ehemalige" teil.
An den Wochenenden fuhr er in der Nordgruppe-Berlin mit weitaus jüngeren Radsportlern schnelle 100 Km-Runden. 1998 kehrte er noch einmal als Rennfahrer in die Erfolgsspur zurück. Er gewann in St. Johann den Weltpokal der Masters Ü70 im Straßenfahren.
Noch immer trifft sich der inzwischen 82 jährige „Orje" dreimal wöchentlich mit seinen Radsportfreunden zu gemeinsamen Ausfahrten in etwas gemächlicherem Tempo und es bereitet ihm nach wie vor großen Spaß.

Autor: Sportfreund Manfred Schulz

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Ostzonenmeisterschaft 1949

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Gratulation für den Ostzonenmeister

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Sieger Zweiermannschaft mit Günter Oldenburg

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Steherrennen mit Karl Kaminski

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Steherrennen mit Karl Kaminski

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Steherrennen mit Thomas Huschke

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Siegerehrung mit Michael Milde

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Sieger internat. Winterbahnmeisterschaft 1966 mit „Ferdi" Groneberg (2.Platz Wolfgang Schmelzer)

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Weltpokalsieger 1998 Masters Ü70 in St. Johann

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"Orje's" Weltpokal

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Autor: Sportfreund Manfred Schulz Sportgruppe Orje (3.von rechs)